schneeraben.de - Philosophische Reisevorbereitungen von Thomas H. Jäkel

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Persona

 

 

Prolog

Thomas H. Jäkel

 

 

 

Schneeraben sind keineswegs in der menschlichen Mythologie gefangene Fabelwesen, noch sind sie Boten des Todes, des Krieges oder gar ein anderweitig verstandenes Aphrodisiakum für Nekrophile, aber sie sind ein und derselbe Ausdruck der realen Lebenskraft, deren mannigfaltige Reflexionen uns in allen erdenklichen Formen begegnen und immer wieder nachhaltig beängstigen, da dem Menschen in der Regel nichts so suspekt erscheint als seine eigene Existenz. So entfalten die Schneeraben in ihrer einfachen, aber klaren Erscheinung eine tiefe seelische Polarisierung in uns und erwecken damit nur allzu oft paranoide Ängste, führen Gedanken an die Grenzen des Absurden und ermächtigen so die surrealen Kräfte unserer Existenz sich über das Banale des Tages zu erheben und das Ich vom Sein zu befreien.

 

Diese Seite unternimmt den stillen Versuch einer holistischen Reflexion eines sich noch immer heftig entwickelnden und verformenden Lebens, den Versuch also, das zum Ausdruck zu bringen, was dem geneigten Betrachter der realen Existenz zwangsläufig zumeist verborgen bleiben muss. Denn, so sehr sich die Schneeraben auch von ihrem Umfeld abheben mögen, so sehr haftet ihnen doch immer das Unverständnis und die latente Ignoranz der ebenfalls betrachtenden Paranoia an. Es findet sich gerade in dieser Verneinung eine ins Stocken geratene Existenz und ein statisches Sein, welches im Laufe des jeweiligen Lebens notgedrungen im Hintergrund verschwinden wird. Dagegen liegt in der Akzeptanz der zwingenden Dualität eine umfassende Chance zur individuellen Transformation, zu einer spürbaren Differenzierung von Geburt und Tod und damit zur Sinnhaftigkeit der Bereicherung der eigenen Existenz und einer bewussten Vorbereitung der anstehenden Reise.

 

Diese Seite sucht den Eindruck und das Bild, den Gedanken und die Erkenntnis, die Zuneigung und die Ablehnung, um Muster zu erzeugen, die dem Betrachter wiederum zum Inhalt werden und zur Fantasie gereichen. So ist diese Seite dann auch nicht informativ und nicht übertragbar, sondern erzählend und schildernd. Die Kapitel Skriptorium und Pinakothek sind meinen eigenen Gedanken, Ideen und Fantasien gewidmet. Dagegen finden die geistigen Werke anderer Menschen, die den Weg in mein Leben gefunden haben und dort auf Respekt und Liebe gestoßen sind, ihre Heimat im Kapitel Bibliothek.

 

Lieber Leser, Du solltest es Dir gut überlegen, ob Du diesen nächsten Schritt tatsächlich unternehmen willst, um in eine Welt einzutreten, die nicht die Deine ist. Dabei ist der nächste Schritt, um durch diese unscheinbare Türe zu treten, der kleinste Aufwand den Du zu betreiben hast und es mag Dir gerade jetzt so erscheinen, dass es sich ja nur um einen Schritt von vielen handelt, ein Schritt also, wie Du ihn in Deinem bisherigen Leben schon so oft getan hast. Und dennoch sei Dir ans Herz gelegt, dass Du Dir diesen Schritt, so klein er auch erscheinen mag, gut überlegst und Dir vor allem die möglichen Folgen vor Augen hältst. Diese sind nämlich durchaus in der Lage, Dir die Ruhe Deiner Seele für immer zu nehmen, Dich in den Abgrund des Zweifels und der Dunkelheit zu stürzen, ein Abgrund, der schon so vielen das Leben gekostet hat. Dies ist nicht Deine Welt, in die Du jetzt eintreten wirst, noch ist es eine Welt, in der Du Dich selbst in der vertrauten Form wiederfinden wirst. Mit diesem kleinen Schritt trittst Du in meine Welt und damit in Dich selbst ein.

 

Du zögerst also. Ich gestehe natürlich gerne zu, dass diese Worte nicht gerade ermutigend und auch nicht besonders einladend wirken und wahrscheinlich empfindest Du sie auch nicht so, da meine Worte, wie gut sie auch gemeint sein mögen, Dich doch letztlich davon abhalten könnten, Dich auf dieses Abenteuer einzulassen, dessen Ausgang sich zudem mehr als ungewiss, wenn nicht sogar unvorhersehbar, herausstellen könnte. Doch gebe ich Dir auch zu bedenken, dass alles, was Du sehen und erfahren wirst, für Dich nur dann von Bedeutung sein kann, wenn die Natur der Erscheinung als solche erhalten bleibt und sich das Wesen der Dinge nicht mit dem Wunsch vermischt, sich nicht selbst befremdet und letztlich gar dazu benutzt wird, eine Realität ins Leben zu rufen, die einem anderen Zwecke dient als dem, Dir selbst genug zu sein. Die Wahrheit, die Du suchst, kommt zu Dir und wird nicht geschaffen, denn sie ist und bedarf daher nicht Deiner Meinung. Wir alle sehen nur im Dunkeln, denn die Nacht erzeugt das Licht, wir hören nur in der Stille, denn die Ruhe erzeugt das Wort und wir fühlen, doch wir berühren dabei nichts. So frag mich nun auch nicht nach Namen und Begriffen, denn die Existenz geht in sich selbst auf und bedarf Deiner Deutung nicht.

 

Willkommen bei meinen Schneeraben.